Reinigungsplan Kita & Schule: Was das Gesundheitsamt prüft

Hygieneplan-Pflicht, die richtigen Intervalle je Bereich und eine Begehungs-Checkliste zum Abhaken: so ist Ihre Einrichtung vorbereitet.

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Kitas und Schulen brauchen einen Hygieneplan, das ist keine Empfehlung, sondern Pflicht nach Paragraf 36 Infektionsschutzgesetz. Herzstück ist der Reinigungsplan: Er legt fest, wer welche Bereiche wann, womit und wie reinigt. Das Gesundheitsamt prüft bei Begehungen genau diese Punkte, vom Aushang bis zur Dokumentation. Dieser Leitfaden zeigt die Intervalle je Bereich, die typischen Prüfpunkte und eine Checkliste zum Abhaken.

Die Hygieneplan-Pflicht nach IfSG

Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder und Jugendliche müssen ihre Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in einem Hygieneplan festlegen und dessen Einhaltung sicherstellen. In Bayern stellt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) dafür Muster-Rahmenhygienepläne bereit, die Einrichtungen an ihre Gegebenheiten anpassen. Ein guter Reinigungsplan beantwortet vier Fragen:

Erstens: Wer ist verantwortlich? Und zwar je Bereich und mit benannter Vertretung, denn ein Plan, der in den Ferien oder im Krankheitsfall niemandem gehört, ist keiner. Zweitens: Was wird wann gereinigt, also welcher Bereich und welche Fläche in welcher Frequenz, von täglich über wöchentlich bis anlassbezogen nach einem Infekt.

Drittens: Womit? Das konkrete Reinigungs- oder Desinfektionsmittel samt Dosierung und Einwirkzeit gehört in den Plan, damit nicht jede Kraft nach eigenem Gefühl mischt. Und viertens: Wie wird dokumentiert? Das Abzeichnen der erledigten Reinigung wirkt kleinlich, ist aber genau das, was die Begehung sehen will: den Nachweis, dass der Plan nicht nur an der Wand hängt, sondern gelebt wird.

Reinigungsplan auf Klemmbrett an der Wand eines Kita-Sanitaerraums neben Seifenspender
Ausgehängt und abgezeichnet: Der Reinigungsplan ist das erste, worauf die Begehung schaut.

Reinigungsintervalle je Bereich

Diese Richtwerte haben sich in der Praxis bewährt, verbindlich ist der eigene, ans Haus angepasste Hygieneplan:

BereichFrequenzWorauf es ankommt
Sanitärräumetäglich, bei Verschmutzung sofortWCs, Waschbecken, Armaturen; Spülknöpfe und Griffe mitwischen
Wickelbereichnach jeder NutzungWischdesinfektion der Auflage, Einmalunterlagen, Händedesinfektion am Platz
Gruppen- und KlassenräumetäglichBöden, Tische; Tische zusätzlich vor den Mahlzeiten
HandkontaktflächentäglichTürklinken, Lichtschalter, Handläufe, in Infektzeiten häufiger
Spielzeugwöchentlich, bei Infekten sofortMundspielzeug häufiger; bei Ausbruch reinigen und desinfizieren
Küche / Essensausgabenach jeder Nutzunges gelten die Regeln der Lebensmittelhygiene (HACCP)
Matratzen, Betten, Textilienregelmäßig, bei BedarfBezüge waschbar bei mindestens 60 Grad wählen

Bereichs-Finder: Was gilt wo?

Bereich antippen, die wichtigsten Regeln erscheinen darunter.

Erzieherin reinigt Wickeltisch in einer Kita mit farbcodiertem Mikrofasertuch
Der Wickelbereich ist der sensibelste Punkt: nach jeder Nutzung wischdesinfizieren.

Wenn ein Infekt umgeht

Magen-Darm-Infekte verbreiten sich in Einrichtungen rasant. Dann gilt: Frequenz hoch, Wirkspektrum prüfen. Handkontaktflächen mehrmals täglich desinfizieren, bei Verdacht auf Noroviren ein Mittel mit ausgewiesener viruzider bzw. begrenzt viruzider PLUS Wirksamkeit einsetzen (mehr dazu in unserem Beitrag zur VAH- und RKI-Liste). Betroffenes Spielzeug wird gereinigt und desinfiziert, Textilien heiß gewaschen. Und: Die Händehygiene des Personals bleibt die wichtigste Einzelmaßnahme, Spender mit Seife und Papierhandtüchern müssen an jedem Waschplatz funktionieren.

Begehungs-Checkliste: Ist Ihre Einrichtung bereit?

Haken Sie ab, was bei Ihnen schon steht, so sehen Sie sofort die offenen Punkte:

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Häufige Fragen zum Reinigungsplan in Kita & Schule

Ja. Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas und Schulen müssen nach Paragraf 36 Infektionsschutzgesetz (IfSG) in einem Hygieneplan innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festlegen. Der Reinigungsplan ist ein zentraler Bestandteil davon und wird bei Begehungen durch das Gesundheitsamt geprüft.
Mindestens einmal täglich, bei sichtbarer Verschmutzung sofort. WCs, Waschbecken und Armaturen gehören zur täglichen Reinigung, Handkontaktflächen wie Spülknöpfe und Türgriffe werden dabei mitgewischt. In Zeiten erhöhter Infekte wird die Frequenz erhöht.
Typische Punkte sind: ein aktueller, ausgehängter Hygieneplan mit Reinigungsplan und Verantwortlichkeiten, die Dokumentation der durchgeführten Reinigungen, geeignete (VAH-gelistete) Desinfektionsmittel samt Sicherheitsdatenblättern, funktionierende Seifen- und Handtuchspender sowie ein hygienisch organisierter Wickelbereich.
Für die routinemäßige Flächendesinfektion VAH-gelistete Mittel, bei Magen-Darm-Ausbrüchen mit Verdacht auf Noroviren Produkte mit ausgewiesener viruzider bzw. begrenzt viruzider PLUS Wirksamkeit. Wichtig: Desinfektionsmittel immer für Kinder unerreichbar lagern und die Einwirkzeiten einhalten.
Im Normalbetrieb reicht die regelmäßige Reinigung, mindestens wöchentlich, Spielzeug für den Mund häufiger. Eine Desinfektion ist bei Ausbrüchen (etwa Magen-Darm-Infekten) angezeigt, dann wird das Spielzeug gereinigt und anschließend desinfiziert oder in der Maschine heiß gewaschen.

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